Windsurfen

Australien getestet durch: Sönke Biehl
Down Under, ein Kontinent des Surfens. Wellenreiten steht bei den Australiern sehr hoch im Kurs. Windsurfen ist dagegen eher einer Randgruppe vorbehalten. Zu unrecht, denn es gibt zahlreiche Spots, die Weltklasse sind. Es gibt nur ein Problem: sie liegen sehr weit auseinander.
Beste Zeit: Es gibt geographische Unterschiede für den jeweils besten Monat. November bis März ist aber grundsätzlich die richtige Zeit zum Reisen. Am besten sollte man gleich die ganze Zeit unten sein.
Bedingungen: Der Wind weht überall von links. In Australien können fast überall große Wellen sein. Im dortigen Sommer sind die Wellen jedoch etwas launisch, so dass man sich nicht fürchten muss, permanent über Masthoch zu haben. Die Seabreeze kann recht stark werden. Als ich vor Ort war, gab es jedoch selten Wind für 4.7qm oder kleiner; 5.3Qm sollte man immer dabei haben. Es gibt Reefbreaks, Beachbreacks und Pointbreacks; von harmlos bis heftig, ist alles dabei.
Besondere Revierhinweise: In Australien weiß man nie, was kommt. Im Wasser sollte man immer etwas vorsichtiger sein. Im Süden hat man überall Riffe, die zum Teil in Finnentiefe liegen. Die Strömung ist meistens nicht extrem stark. In Australien sollte man nicht lautstark um das Vorrecht in der Welle kämpfen, das sieht man da nicht gerne. Wie man es vom Wellenreiten kennt, hält man sich an die Vorfahrtsregeln und stellt sich hinten an - das tun die "Aussis" auch.
Die besten Spots: Die bekanntesten Spots sind von Süden nach Norden Esperance, Margret River, Lancelin, Geralton und Gnarloo. Diese Spots verteilen sich auf 2200 Kilometer.

Dazwischen liegt Perth mit einem Flughafen. Man muss sich also entscheiden, ob man zuerst nach Süden oder nach Norden will. Die Entscheidung, wo man hinfährt, sollte man der Jahreszeit überlassen bzw. der aktuellen Windkarte, die es in den Zeitungen zu finden gibt, denn alle Windtheorien sind auch hier grau. Aber keine Sorge: im europäischen Winter ist da unten immer Wind.

Es sind alles Wind von Links Spots und eignen sich fast alle eher zum Wellenabreiten als zum Springen. Gnarloo ist mit 10-15 möglichen Turns das Oberhaupt. Achtung: die nächste Stadt (Canarven) ist 150 km dirt road entfernt. Dafür ist man dort auch fast alleine, und der Camping Platz sorgt dafür, dass man nicht verdurstet.
Esperance hat die schnellste und glatteste Welle, die aber nur für 3 Turns reicht, der einzige Beachbreack übrigens. Margret River hat die höchsten Wellen. Doppelt Masthoch kann es da schon werden, der Einstieg kann kleiner gar nicht sein, aber dafür bekommt man einen perfekten Pointbreak, den man immer berechnen kann und man muss auch nie die Brandung queren. Vorsichtig herantasten, dann bekommt man die größten Wellen seines Lebens und kommt auch leichter, als man zunächst denkt, heil wieder zurück.

Diese drei sind die Top Spots. Sehr schön ist auch noch Coronation in Geralton. Die Wellen werden hoch und sind leicht zu beherrschen. Der Einstieg ist über einen großen Sandstrand und die Autos parken direkt dahinter. 100 Meter Flachwasser, und dann geht's langsam los. An der Beschreibung merkt man schon, dass es dort auch am vollsten ist, doch es verteilt sich recht gut. Es gibt noch reichlich Spots zu entdecken, doch die müsst ihr schon selbst finden.
Temperaturen: Natürlich ist es in Australien heiss, allerdings wird es von Norden nach Süden immer kühler. In Gnarloo können es bis zu 50°C werden, während man unten in Esperance bei 20°C - 25°C schon fast friert.
Ähnlich ist es mit den Wassertemperaturen: im Norden 25°C - 28°C, im Süden nur noch 16°C - 20°C. Zum Windsurfen reicht aber überall ein Shorty, zum Wellenreiten ist ein Kurzarm manchmal doch empfehlenswert.
Flüge und Surfgepäck: Flüge liegen zwischen 950 und 2000 Euro. Das Surfgepäck ist am besten mit Emirates für ca. 250 Euro pro Strecke mitzunehmen. Anmeldung ist zwingend erforderlich. Solklte es nicht nach Perth gehen gibt es auch eine günstige Mitnahmepauschale von der Malaysian Airlines. Preis- und Airlineänderungen bleiben vorbehalten.
Unterkunft: Wir sind zwar ein Reisebüro, aber an Australiens Westküste solltet ihr euch vor Ort nach Unterkünften umsehen. Wer eine Rundreise macht, wird sowieso auf einem Campingplatz landen. Esperace Margrets und Geralton bieten auch backpackers.
Mietwagen: Ein Auto ist Voraussetzung für einen Australien Trip, ohne geht es nicht. Ein Wohnmobil ist ideal. Billiger sind Vans von Cut Price, die als leere Transporter ab 25 australischen Dollar zu haben sind.
Land und Leute: Beides ist spannend; eine artenreiche und manchmal auch gefährliche Fauna, sowie endlose Strassen durch das Land, zeichnen das Gesicht von Australien. Die Australier selbst sagen zu Entfernungen unter 500 Kilometern "just round the corner" und zu den Haifischen "goupies", womit über die Australier gleich das Wesentliche gesagt ist. Sie sind rau, trinkfest und sehr freundlich. Irgendeine wilde Geschichte hat jeder auf Lager. Ihre "mate" und "no worries" Mentalität ist überall zu spüren. Das einzige, was nicht in dieses Bild passt, ist das Prüde, das ist zwar nicht so schlimm wie in den USA, doch recht deutlich. "Oben ohne" oder schnell mal so aus dem Neo ist so eine Sache.
Tipps: Man sollte genug Zeit haben, um Australien kennenzulernen. Es gibt zwar viel zu sehen, aber genauso wie die Spots, so liegen auch die Sehenswürdigkeiten weit auseinander.
"Monkey Myers" (Delphine) oder "The valley of the Giants" (riesige Bäume, die mit Brücken verbunden sind) sollte man besuchen, die bekannte steinerne Welle lieber nicht, da reicht eine Postkarte.
Immer genug Wasser und Benzin mit sich führen.
Zum Campingkochen kann man sich einen gusseisernen Camp Oven kaufen, den man samt Inhalt einfach auf das Feuer stellt und der alles warm hält, was drin bleibt.
In Freemantle, einem Stadtteil von Perth, kann die ausgehungerte Party Seele dann auch etwas erleben. Da sollte man vorbeischauen, um gut zu essen oder eben zu feiern. Backpacker gibt es dort mehrere.
Margret River ist die westaustralische Surfhochburg. Wer Material braucht, bekommt es da, fast nur da.
Sonstiges: UNBEDINGT DEN WELLENREITER EINPACKEN und niemals mit einem Australier oder einer Australierin um die Wette trinken - man hat keine Chance !!!

Wenn Sie eine Reise buchen wollen oder
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  • Fax schicken 0481 / 695-28

  • eMail schicken s.biehl@reisebuero-biehl.de

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