Windsurfen

Marokko getestet durch: Stefan Hargens / Heide
Marokko ist ein wunderbares Reiseland, um Windsurfen und Wellenreiten mit Kultur zu kombinieren. Man kann das ganze Jahr nach Marokko reisen, um den geliebten Wassersport auszuüben. An der gesamten Küstenstrasse von Agadir bis Casablanca findet man viele kleine und geheime Spots, die zum Surfen einladen. Die bekanntesten Surfspots findet man in der Umgebung von Essaouira. Bereits auf dem Weg in den Urlaubsort erlebt man ein unglaubliches Pioneerfeeling. Die Marokkaner, die am Strassenrand Olivenöl verkaufen, winken, wenn der mit Windsurfstuff beladene Mietwagen vorbeifährt.
Beste Zeit: Wie schon gesagt kann man das ganze Jahr nach Marokko reisen. Jedoch ist die Windwahrscheinlichkeit in den Monaten von Mai bis September deutlich höher als im Winter. Die Wellenreiter fühlen sich in der restlichen Zeit wohler, denn die Wellen sind dann höher. Im Sommer ist es allerdings sehr heiss! Im Winter sind die durchschnittlichen Temperaturen mit 23°C immer noch ganz angenehm.
Bedingungen: Man hat durch den NO Passat bedingt fast an der gesamten Küste Wind von rechts. Essaouira, der Hauptort ca. 150 Strassenkilometer von Agadir Richtung Norden gelegen, sowie Moulay ca. 10 km nördlich und Sidi Kaouki 15 km südlich von Essaouira werden zusätzlich von einer Thermik unterstützt, die erst gegen Mittag einsetzt (ideal für Langschläfer!!).
Wenn um 10:00 Uhr morgens kein Lüftchen weht kann man um Punkt 13:00 Uhr das 4,2er auspacken. Man kann wirklich die Uhr danach stellen. Wasser und Luft sind das ganze Jahr über sehr angenehm. Im Winter sollte man schon das 5,8er und ein großes Brett dabei haben. Im Sommer unbedingt den "grossen Stuff" gegen das 3,7er und kleiner eintauschen.
Besondere Revierhinweise: In der Bucht von Essaouira legen die Fischer oft Treibnetze aus, denen man begegnet, wenn man sehr weit rausfährt. Einige übervorsichtige Locals haben Tauchermesser am Bein, was jedoch wirklich nicht nötig ist. Im Sommer ist diese Bucht leider schon sehr voll. Moulay kann an guten Tagen über Masthoch werden.
Der Einstieg ist bei Hochwasser schwierig, denn man muss halbwegs über eine Steilküste ins Wasser. Im Ort selber gibt es heutzutage immer noch keinen Strom. Eine einzelne Moschee steht direkt am Wasser und es gibt nur wenige Häuser. Der Weg dorthin ist nicht besonders weit. Man braucht aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse eine ganze Zeit dorthin.
Die besten Spots: Essaouira ist der Hauptspot. Eine grosse Bucht in dessen Nordteil sich die Freestyler und Slalomfreeks sehr wohlfühlen. Der Südteil ist den Waveridern vorbehalten. Dort brechen 2-3 Meter auf einer Sandbank. Je weiter man sich in der Bucht Richtung Norden bewegt, desto kleiner werden die Wellen. Auf jeden Fall für jeden was dabei. In dieser Bucht gibt es zwei kleine Surfzentren, in denen man im Notfall auch Material kaufen und leihen kann. Wenn am Nachmittag der Wind in Sidi Kaouki zu stark wird fährt man nach Essaouira. Dort sind immer 1-2 Windstärken weniger. Dieser Spot kann auch bis 3 m haben.
Leider brechen die Wellen hier oft Cloose Out. Ansonsten ein echter Sahnespot. Wenn der Wind in Essaouira grenzwertig ist, sollte man sich nach Moulay begeben. Dieser Spot ist echt nur für gute Surfer geeignet, da die zu Teil Masthohen Wellen auf einem Muschelriff brechen. Wie schon erwähnt ist der Einstieg schwierig.
Temperaturen: An der Küste bewegen sich die Temperaturen zwischen 20°C - 30°C. Bei Ausflügen ins Landesinnere ist mit Temperaturen um die 40°C zu rechnen. Das Wasser hat das ganze Jahr zwischen 18°C - 23°C.
Flüge und Surfgepäck: Charterflüge werden bis Agadir mit der Condor und LTU angeboten und kosten zwischen 200 und 500 Euro. Surfmaterial mit LTU Card auf LTU-Flügen kostenlos, sonst ca. 50 Euro. Das Gepäck muss dringend angemeldet werden und darf nach Möglichkeit nicht mehr als 30 kg wiegen. Die Anreise bis Casablanca ist auch möglich. Jedoch ist der Linienflug über Paris mit Air France teurer und beschwerlicher und das Surfgepäck schlägt auch noch mal ordentlich zu buche. Lohnt sich also nicht.
Unterkunft: Sobald man die Stadtgrenze von Agadir verlassen hat bewegt man sich mit jedem Kilometer tiefer ins ursprüngliche Marokko. Von jetzt an hat man kaum noch mit Touristen zu rechnen. In Essaouira gibt es ganz viele kleine Appartementanlagen und einige kleine, einfache Hotels mit Blick direkt auf den Surfspot. Auch in der Medina, der Altstadt gibt es einige Hotels, die jedoch für Surfer denkbar ungünstig liegen.
Mietwagen: Ist eigentlich ein Muss wenn man mit eigenem Stuff anreist, unabhängig und flexibel sein möchte. Man sollte den Mietwagen von Deutschland aus buchen, damit es vor Ort weniger Schwierigkeiten gibt. Man befindet sich in einem Land in dem Stress wirklich ein Fremdwort ist. Darum ist bei der Übernahme Geduld gefragt. Doch die Strassenverhältnisse sind teilweise sehr schlecht.
Land und Leute: Marokko ist ein extrem karges und armes Land am Rande der Sahara. Es bietet traumhafte Surfbedingungen mit wunderbarem orientalischen Flair. Um das Land richtig kennenzulernen und die Gastfreundlichkeit der Marokkaner schätzen zu lernen sollte man mindestens 2 Wochen einplanen. Eine Tagesfahrt in die lebendige Stadt Marakesch mit den Souks (Märkten) ist für jeden Marokkoreisenden eine Pflicht.
Man kann sich sehr günstig verpflegen und billig handgemachte Souvenirs kaufen. Man hat teilweise das Gefühl der erste Tourist in Marokko zu sein und echte Pionierarbeit zu leisten. Die jungen Marokkaner sprechen fast alle gutes Englisch. Ein paar Brocken Französisch sind jedoch von Vorteil.
Tipps: Bei der Ausreise wird das gesamte Surfgepäck ausgeräumt und nach Drogen durchsucht.
So viel wie möglich beim Einkaufen Handeln.
An einer kleinen Bude am Strand von Sidi Kaouki gibt es für 50 Cent ein sehr leckeres riesiges Käseomelett!!
Dromedar reiten.
Nicht unbedingt verschleierte Frauen fotografieren!
Auf gar keinen Fall Leitungswasser trinken.
Sonstiges: Nach Marokko reisen und einen der schönsten Plätze auf dieser Erde besuchen!

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