Windsurfen

Maui getestet durch: Sönke Biehl
Maui

Das Windsurf- Mekka überhaupt. Alles und jeder, der im Windsurfen Rang und Namen besitzt, hat hier mitten im Pazifik, 3000 km vom nächsten Festland entfernt, seinen ersten oder zweiten Wohnsitz. Und das nicht ohne Grund.
Fast das ganze Jahr Wind und Wellen. Nie kälter als 25°C, sowohl im Wasser wie an der Luft. Egal aus welcher Richtung der Wind weht, auf Maui findet sich bestimmt eine erstklassige Welle dafür. Spots für jede Könnerstufe sorgen dafür, dass sich nicht nur Profis wohlfühlen. Ein sehr relaxtes Lebensgefühl trägt zur Beliebtheit bei.
Es ist nicht der klassische Südseetraum und billig ist es auch nicht, aber zumindest ein einmaliges Muß für jeden Windsurfer.

Beste Zeit: Maui ist ein Ganzjahresziel, man kann es jedoch in Windzeiten und Wellenzeiten unterteilen. Von November bis Februar sind eigentlich immer Wellen. Wenn ein richtiger Swell kommt, dann sind die Wellen auch gleich Masthoch und mehr. Jedoch gibt es genug Spots mit kleinen Wellen. Die Windzeit beginnt im März/April und geht bis Oktober. In dieser Zeit kann es auch zu Wellen kommen. Speziell in den Übergangsmonaten hat man häufig beides. Sommerswelle ist selten, kommt aber vor.
Bedingungen: Star Board Tack oder auch Sideshore Rechts ist auf Maui angesagt. Wenn sich ein stabiles Hoch einstellt, was durchaus die Regel ist, gibt es im Sommer häufig Wind für das 4.7er, das Maui Standard Segel. Ausser in Hookipa gibt es kaum nennenswerte Strömung. Das Schöne an Maui ist, dass man auf kürzester Distanz Spots für alle Könnerstufen findet.
Besondere Revierhinweise: Es handelt sich überall um Reefbreaks, so dass es schon mal recht flach sein kann. Seeigel habe ich da noch nicht gesehen und extrem scharf ist das Riff auch nicht. Barfuss ist - genauso wie nur in Shorts zu fahren - kein Problem.
Vor 11:00 Uhr Morgens ist das Windsurfen wegen der Taucher verboten. Man sollte sich daran halten.
Es kann auf dem Wasser sehr voll werden. Je weniger Wellen, desto grösser das Gedränge auf dem, was da so rein kommt. In Hookipa sollte man in guten Swell Tagen nur fahren, wenn man wirklich gut ist. Ich habe noch kein Problem mit den Locals gehabt, aber die sind nicht sehr entspannt, wenn man ihnen als Touri in die Wellen kommt. Bei Südswell lohnt es sich, auf die andere Seite der Insel zum Wellenreiten zu fahren. Thousend Peaks an der Hauptstrasse nach Lahaina. Wer Lust auf Starkwind hat, oder es am Northshore mal nicht langt, der fährt nach Kihei auf der anderen Seite, wo der Passat durch die beiden Maui Vulkane so beschleunigt wird, dass es fast immer zum Gleiten langt.
Die besten Spots: Die Klassiker liegen alle am Northshore um das Mekka Paia herum. Die maximale Entfernung beträgt ca. 6 km. Je weiter im Norden, desto böiger kann es sein und auch der kleine Mittagsschauer ist wahrscheinlicher, trotz der geringen Entfernung. Von Norden nach Süden verlaufen die Spots wie folgt:

1. Hookipa: Bei Swell nur für Cracks. Böiger Wind und starke Strömung mit Felsen auf der Lee Seite mit einem 3 Meter breiten Einstieg sorgen für die erste Selection. Wenn es morgens noch nicht so voll ist und der Wind konstant bläst, aber trotzdem ein großer Spass. Wenn es nicht so hoch ist, bricht die Welle nicht so clean, aber dann kommt trotzdem fast jeder dort klar, und es ist nicht umsonst der bekannteste Platz der Windsurfwelt.

2. Lanes: Einstieg in Hookipa, 200 Meter abfallen und schon ist man da. Der Wind ist konstanter, jedoch bricht die Welle nach rechts, wodurch nur Backside turnen drin ist. Bei weitem nicht so voll wie Hookipa und daher eine schöne Big wave Alternative.

3. Baby Beach: Hinter dem Golfplatz rechts rein bis zur T Kreuzung, dann rechts und gleich wieder links. Der Spot ist an einem roten Fels zu erkennen. Der Einstieg ist schwierig wegen der Steine. Direkt daneben liegt einer der schönsten Strände des Northshores. Toller Platz für Fotoshootings. Die Wellen kommen kurz aufeinander, aber trotzdem sehr schön zu fahren. Fast ein Point Break, aus dem man leicht wieder herauskommt.

4. Spreckesville: Der Euro Spot. Mit dem Auto direkt auf den Strand und ohne Mühe ins Wasser; zu den Wellen zieht man 100 Meter Höhe. Zum Springen perfekt, und die äusseren Wellen lassen sich auch prima abreiten. Mehr Wind als in Hookipa, keine Strömung, das Riff ist nur stellenweise flach. Eigentlich perfekt, nur etwas zu voll und Fluglärm. Nach dem Weg am besten kurz fragen, dann ist es leicht zu finden.

5. Kanaha: An den Car Rentals vom Flughafen vorbei kommt man zum Kanaha Beach Park. Toiletten, Duschen, Rasen-/ Sandstrand, unter Bäumen parken und viele Japaner. Wenn Swell ist, hat man hier eine wahnsinnig lange Welle, die sich klasse abreiten lässt. Wenn es hoch wird, wird es aber auch flach. Kanaha ist sehr voll, aber auch sehr weitläufig. Die ersten 200 Meter sind absolutes Flachwasser.

6. Auf der anderen Seite surft man in Kihei. Flachwasser und viel Wind bestimmen hier das Bild. Sehr schöner Strand und ein sehr flaches Riff. Wer weit draussen Bruch hat, kommt nicht mehr alleine rein.

7. Secret Spot: Soll auch secret bleiben. Funktioniert nur bei Südswell und nord- bis nordöstlichen Wind. Ein Traum zum Wellenabreiten, sehr schwerer Einstieg. Kleiner Tipp: der Strasse aus Kihei folgen, bis die Strasse aufhört; dann ist man schon fast da.
Temperaturen: 28°C - 35°C. Wasser 25°C, nachts und manchmal tagsüber Regenschauer. Besser geht's nicht!
Flüge und Surfgepäck: Flüge suchen wir die passenden heraus. Häufig hat man zwar einen guten Flugpreis, aber dafür horrende Übergepäcksraten. Auf den besten Mix kommt es an, und da gibt es nur wenige Möglichkeiten. Ein paar kleine Tricks und man bekommt sein Material günstig mit. Die Lufthansa ist hier eine gute Wahl. Wenn man nicht im Sommer fliegt, kommt man für 700,- bis 800,- Euro hin plus ca. 200,- Euro Surfgepäck.
Eine Variante ist, nur die Segel mitzunehmen und ein Brett zu mieten oder zu kaufen. Andersherum geht es auch. Dann wird nur das Brett als Übergepäck berechnet, und man kauft sich für ca. 150$ das Stück aktuelle Gebrauchte. Bei diesem Thema stehe ich gerne für Fragen zur Verfügung. Preis- und Airlineänderungen bleiben vorbehalten.
Unterkunft: Hier hat man eine große Auswahl. Das billigste ist immer noch das Northshore Inn für 8$ am Tag im Mehrbettzimmer. 20 min. Anfahrt zu den Spots.
Ein günstiges Appartement zwischen Hookipa und Paia ist das Kuau Plaza. Für ca. 30$ die Nacht, durch die Anzahl der Reisenden zu teilen.
Ein sehr schönes Appartement ist das Puo Koa Rentals in Haiku. Gleicher Preis, aber gepflegter, dafür aber 20 min. fahrt nach Paia.
Wer direkt in Spreckesville wohnen will, muß dafür mit ca. 80$ am Tag rechnen. Die Appartements sind dann aber auch nicht nur von der Lage her vom Feinsten.
Mietwagen: Die Mietwagen auf Maui sind recht preiswert. Kaufen lohnt sich erst ab 2 Monaten. Einen PKW sollte man unbedingt ab Deutschland buchen. Ab 180,- Euro pro Woche geht's los inkl. Versicherung.
Einen Surf Van kann man auf Maui auch bekommen. Meistens sind es alte Kisten, die aber ihren Zweck erfüllen. Kosten ca. 250$ die Woche. Ohne Auto braucht man gar nicht loszufahren.
Land und Leute: Maui ist nicht die klassische Südsee. Die Insel ist das grösste Ananas Anbaugebiet der Welt und wo keine Ananas angebaut wird, ist es Zuckerrohr. An den Stränden stehen nur vereinzelt Palmen und einige pinienartige Bäume. Die Strände sind trotzdem sehr schön. Wer die Südsee erleben will, muss einmal nach Hana fahren. Einsame Strände, Wasserfälle, Schluchten und Steilküsten. Die Fahrt dauert 2 Stunden, und es sind nur Serpentinen, aber es lohnt sich. Das Verhältnis zwischen den Amerikanern und den Hawaiischen Einwohnern ist nicht herzlich, aber o.k. Man sollte sich den Hawaiianern respektvoll nähern, dann erlebt man deren wahren gastfreundlichen Charakter.
Tipps: Mittwoch abends nach Makawao ins Casanovas zum Feiern.
Gute Sandwiches in Antonys Coffe Shop.
Wer tauchen will, kann ab Lahaina eine Tauchfahrt nach Lanai machen, auch ohne Tauchschein.
Eine Schnorcheltour nach Molokini ist Touri Nepp.
Seven Pools bei Hana und den mächtigen Haleakala Vulkan solle man gesehen haben.
Es gibt Helikopter Rundflüge, die einem die ganze Insel zeigen - einfach mal zum Heliport fahren und fragen, ob was frei ist. Dabei spart man viel mehr als mit den Rabattmarkenheftchen, die es überall gibt.
Sonstiges: Einige sind enttäuscht, andere fahren immer wieder hin. Jeder Surfer muss einmal dagewesen sein.

Wenn Sie eine Reise buchen wollen oder
weitere Informationen benötigen, können Sie Sönke Biehl

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  • Fax schicken 0481 / 695-28

  • eMail schicken s.biehl@reisebuero-biehl.de

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