Rundreise · Ostkanada

Kanada – Ontario

Ende September 2025 ging es für mich nach Ontario. Schon der Landeanflug ließ erahnen, wie beeindruckend die Natur in Kanada ist. Für mich war es der erste Besuch in Kanada. Wir haben Ontario als Busrundreise erkundet.

Die beste Reisezeit für Ontario sind die Sommermonate (Mai-Oktober). Im Juli und August ist Hochsaison. Für Wildbeobachtungen im Algonquin Park empfiehlt sich das Frühjahr oder der Herbst. Indian Summer ist von ca. Mitte September bis in den Oktober.

In Kanada gilt Rechtsverkehr. In den Städten kann man sich sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Torontos öffentliche Verkehrsmittel umfassen ein ausgedehntes Bus-, Straßenbahn- und U-Bahnnetz. Auch zu den Niagarafällen gibt es von Toronto aus eine gute Bahn- und Busanbindung. Grundsätzlich gibt es auch eine Busverbindung zwischen Toronto und Muskoka. Ich empfehle für individuelle Rundreisen durch Ontario einen Mietwagen oder einen Camper. In Ontario werden Geschwindigkeitsbegrenzungen auf allen wichtigen Autobahnen und Land-/Stadtstraßen in km/h angegeben. Allgemeine Richtlinie zu Geschwindigkeitsbegrenzungen sind auf Autobahnen 100-110 km/h, auf Landstraßen 60-80km/h und in der Stadt 30-50km/h.


Meine Reiseroute & Top Must Do´s

Gestartet haben wir unsere Rundreise in Toronto. Wir sind mit dem UP Express Train vom Flughafen zur Union Station (Downtown) gefahren, was super unkompliziert ist. Von dort war es mit dem Taxi einen Katzensprung in unser Übernachtungshotel. Toronto ist Kanadas größte Stadt und dank der renommierten Museen und Theater ein Kulturzentrum. Auch für kulinarische Erlebnisse ist Toronto mit seinen multikulturellen Restaurants bekannt. Vom Künstlerviertel Kensington Market bis Queens West, Chinatown, Koreatown oder Little Portugal – Toronto hat alles zu bieten.

Besonders gefallen hat mir der Distillery District mit wunderschönen alten Gebäuden, Boutiquen und Restaurants. Nach unserer Stadtrundfahrt mit vielen ersten Eindrücken war unser nächster Stopp der St. Lawrence Market. Im South Market Building findet man Restaurants, Kunsthandwerk und Spezialitäten. Die Marktgalerie präsentiert wechselnde Ausstellungen zu Kunst, zur Kultur und Geschichte Torontos. Im North Market Building findet jeden Samstag ein Bauernmarkt statt.

Weiter ging es für uns mit einer Hafenrundfahrt. Der Ausblick auf Torontos Skyline mit dem dominierenden CN Tower und die Naturidylle der Toronto Islands in Kombination sind einfach toll.

Auch ein Besuch von Little Canada sollte nicht fehlen. Kanada als Miniaturwunderland, und ich stehe dort nun mittendrin, im Außenbereich des St. Lawrence Market als kleine Figur. Vielleicht entdecken Sie meinen kleinen Doppelgänger bei Ihrer nächsten Kanada Reise.

https://little-canada.ca/getlittlized/

Zum Dinner ging es in das „360 The Restaurant at The CN Tower“. Wir haben ein 3-Gänge Menü mit spektakulärer Aussicht genossen. Alle 72 Minuten vollführt der 360 eine vollständige Umdrehung. Kleiner Tipp: Im Preis enthalten ist der Zugang zur Hauptaussichtsplattform nach dem Essen.

Am nächsten Morgen stand eines meiner persönlichen Highlights auf dem Reiseplan – die Niagarafälle. Die Fahrt von Toronto dauerte ca. 1,5 Stunden. Die Niagara Fälle bestehen aus drei Wasserfällen, den American Falls, den Bridal Veil Falls und den wunderschönen Horseshoe Falls. Als erstes stand eine Bootstour mit Niagara City Cruises auf dem Programm. Man kommt den Fällen wirklich sehr nah und wird trotz Regenponcho klitschenass. Ein tolles Erlebnis, was ich jedem empfehle, aber bitte Wechselkleidung mitnehmen. 😊

Nach einem kleinen Fußweg hatten wir die nächste Attraktion erreicht: die Niagara Parks Power Station + The Tunnel. Ein stillgelegtes Kraftwerk am Niagara Parkway, das in eine aufregende Attraktion verwandelt wurde. Restaurierte Artefakte und interaktive Ausstellungen bieten einen Einblick, wie die Kraft des Wassers zur Stromerzeugung genutzt wurde. In den unterirdischen Tunnel gelangt man mit einem Aufzug. Der Tunnel ist 670 Meter lang und führt zu einer Aussichtsplattform. Von hier hat man einen Panorama Blick auf die Horseshoe und American Falls.

Für das Mittagessen empfehle ich das Table Rock House Restaurant mit einem großartigen Blick auf die Niagara Fälle.

Nach dem Mittagessen folgte die nächste Attraktion – „Niagara Takes Flight“. Hier schwebt man virtuell über die Niagarafälle und die umliegende Landschaft. Bewegliche Sitze und weitere Sinnesreize, wie z.B. Wind und Nebel, geben einem das Gefühl des freien Fliegens.

Nachdem wir nun virtuell geflogen waren, erfüllte sich einer meiner größten Wünsche. Endlich konnte ich mit dem Helikopter über die Niagarafälle fliegen. Einfach atemberaubend!

Auch ein Besuch von Niagara-on-the-Lake sollte mit eingeplant werden. Dieses malerische Dorf besticht durch charmante Architektur aus alter Zeit und von alten Bäumen gesäumte Straßen. Antiquitätenläden und Boutiquen laden zum Stöbern ein. Niagara-on-the-Lake ist bekannt als Kanadas Niagara-Weinregion.

Übernachtet haben wir im Sheraton Fallsview Hotel. Ich würde auf jeden Fall wieder die Fallsview Zimmer buchen. Abends hat man einen tollen Ausblick auf die beleuchteten Wasserfälle, und morgens wacht man mit dem Rauschen der Wasserfälle auf. Die Lage des Hotels ist perfekt, direkt gegenüber von den Wasserfällen und im Herzen des Touristenviertels. Für das Abendessen empfehle ich das Prime Steakhouse. Die Speisen sind ausgezeichnet, und man hat einen tollen Blick auf das im Sommer regelmäßig stattfindende Feuerwerk.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und einen letzten Blick auf die Niagarafälle werfen. Heute hatten wir einen weiten Weg von knapp 400 Kilometern vor uns, und es ging in eine andere Welt, in die Muskoka Region. Die Gegend ist bekannt für ihre Seehäuser, beeindruckende Landschaften und eine reiche Tierwelt. Die Region lässt sich am besten mit dem Auto erkunden. Innerhalb des Bezirks liegt die Stadt Huntsville. Hier haben wir an einer Stadtführung teilgenommen und eine Craft-Brauerei besucht. Unsere Lodge für die Übernachtung lag malerisch direkt an einem See mitten im Nirgendwo. Die Natur und die Stille waren einfach wunderschön, und bei meinem nächsten Besuch werde ich auf jeden Fall mehrere Nächte bleiben. Hier kann man einfach mal die Seele baumeln lassen. Die Verpflegung war sehr gut, und abends kann man am Lagerfeuer zusammensitzen. Grundsätzlich ist die Gegend beliebt für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Paddeln, Schwimmen oder Golf spielen.

Den nächsten Tag verbrachten wir im Algonquin Park, ein Paradies für Naturliebhaber und Outdoor Fans. Dichte Wälder und glasklare Seen, soweit das Auge reicht. Es gibt unzählige Wanderwege und tolle Routen für Paddler, mit oder ohne Übernachtungen. Zeltplätze sind über den ganzen Park verstreut. Mit etwas Glück kann man während seines Paddelausflugs Elche und Schwarzbären treffen. Es werden auch geführte Touren angeboten. Es gibt unzählige Strecken für Tages– und Mehrtagestouren. Wir hatten leider nur einen Tag im Algonquin Park und waren zuerst Kanu fahren, danach Wandern zu einem beliebten Aussichtspunkt und zu guter Letzt im Algonquin Visitor Center mit Ausstellungen zur Natur– und Kulturgeschichte des Parks. Die Fahrten zwischen den einzelnen Stationen dauern ca. 20 Minuten mit dem Auto.

Von der atemberaubenden Natur des Algonquin Parks ging es für uns weiter in Kanadas Hauptstadt, nach Ottawa. Kultur pur – Ottawa ist die Stadt für Museen und Kunstinteressierte. Im Zentrum der Stadt befinden sich die Parlaments-gebäude am Parliament Hill und viele Bauten im viktorianischen Stil. Der Rideau Canal (UNESCO Weltkulturerbe) verläuft durch das Stadtzentrum und eignet sich für Bootsfahrten sowie Kajaktouren und verwandelt sich im Winter in die längste Schlittschuhbahn der Welt. Ottawa ist von großartiger Natur umgeben und bietet viele Rad – und Wandermöglichkeiten. Der ByWard Market befindet sich genau im Herzen Ottawas und ist einer der ältesten und größten Märkte Kanadas. Wir haben unseren Tag in Ottawa mit einer Stadtführung begonnen. Danach waren wir im Canadian Museum of History, welches ich nur empfehlen kann. Kanadas meist besuchtes Museum gibt Einblicke in die Geschichte der indigenen Bevölkerung und Ereignisse, die die Nation geprägt haben. Zu bestaunen gibt es auch die weltweit größte Indoor-Sammlung vom Totem Pfählen. Für das Mittagessen hatten wird eine begleitete Food Tour durch den ByWard Market gebucht. An verschiedenen Locations wurden Speisen aus aller Welt gekostet, und als Nachtisch durfte natürlich der bekannte Beaver Tail nicht fehlen, ein süßes, kanadisches Gebäck in Form eines Biberschwanzes. Zum Abschluss des Tages haben wir die National Gallery of Canada besucht und dort eine geführte Tour gemacht. Von antiker, indigener und klassischer Kunst über alte Meister und Impressionisten bis hin zu hochmodernen zeitgenössischen Werken, für Kunstinteressierte gibt es viel zu bestaunen.

Unser letzter Tag führte uns erst in die Thousand Islands Region und weiter nach Kingston. Die Fahrtzeit von Ottawa zur Thousand Islands Region dauert ca. 1,5 Stunden. Zwei Drittel der Inseln gehören zu Kanada, ein Drittel zu den Vereinigten Staaten. 1864 Inseln, die nur teilweise bewohnt sind und einige so klein, dass gerade mal ein Haus darauf Platz findet. Während unserer Bootstour haben wir die wunderschöne Landschaft aus nächster Nähe bewundert und als Highlight eine Aussicht aus der Vogelperspektive aus dem Helikopter genossen. Was für ein atemberaubendes Erlebnis!

Weiter ging es Richtung Kingston. Hier besuchten wir Fort Henry, heute ein Museum und historische Stätte. Sobald man die Holztore durchschritten hat, taucht man in die Welt des Militärlebens im 19. Jahrhundert ein. Es werden geführte Touren angeboten.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Kingston ist die SS Keewatin. Die 1907 erbaute Keewatin ist das letzte Schiff ihrer Art und älter als die Titanic. Bei einer Führung reist man zurück in die Vergangenheit.

Zu guter Letzt haben wir Kingston per Rad erkundet, was ich jedem empfehlen kann. Unsere Tour war von einem Reiseleiter begleitet, so dass uns viel über Kingston erzählt wurde.

Leider endete nun unsere schöne Zeit in Kanada, und wir mussten uns am nächsten Morgen auf den Weg zum Flughafen in Toronto machen. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden. Unterwegs haben wir am BIG APPLE Halt gemacht. Hier hat man noch die Möglichkeit, Souvenirs zu shoppen oder eine Kleinigkeit zu essen.

Fazit: Die Ontario Rundreise war einfach nur wunderschön. Die Reisezeit zum Indian Summer kann ich nur empfehlen. Die Farben sind einfach einmalig. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und freundlich. Danke an Destination Ontario für eine perfekte Reise.

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Tipps & Hinweise

  • Für die Einreise benötigt man eine elektronische Reisegenehmigung (eTA).
  • In Kanada wird mit dem Kanadischen Dollar (CAD) gezahlt. Kartenzahlung ist weit verbreitet und wird fast überall akzeptiert.
  • Früh buchen – gerade Camper oder kleine Lodges sind schnell ausgebucht.
  • Kanuausflüge im Algonquin Park in der Hochsaison sollten frühzeitig geplant werden.