Wer fleißig unsere Reiseberichte liest, der weiß, dass ich im letzten Jahr mit Stopover in Singapur die goldene Mitte Vietnams bereist habe. Da Vietnam ein sehr langgezogenes Land ist, das sich von Nord nach Süd über 1700 km erstreckt, fehlte mir also noch der Norden und der Süden.
Kurzerhand habe ich fast ein Jahr im Voraus Gabelflüge nach Hanoi und zurück von Ho Chi Minh City (ehemals Saigon) gebucht.
Innerhalb dieses Jahres habe ich noch viele Reiseberichte gelesen und auch Reisen auf Instagram verfolgt, so dass recht schnell klar war, dass Laos auf jeden Fall mit eingeplant werden muss.
Unsere Reiseroute sah am Ende so aus:
2 Nächte Hanoi
3 Nächte Luang Prabang
2 Nächte Vang Vieng
2 Nächte Vientiane
4 Nächte Strand
2 Nächte Ho Chi Minh City
Begonnen hat unsere Reise also in Hanoi, der ehemaligen Hauptstadt im Norden von Vietnam. Hanoi ist wuselig, bunt und beeindruckend asiatisch. Wir haben im „old quarter“ gewohnt und konnten uns direkt ins Getümmel werfen. Es gibt dort 36 Straßen, und in jeder Straße wird traditionell etwas anderes verkauft. Um den Tag aufgrund des 6-stündigen Jetlags durchzuhalten, haben wir für den 1. Abend noch eine „food tour“ gebucht mit Besuch der legendären „train steet“.
Wir wollten auch noch ein bisschen was rund um Hanoi sehen und sind nach Ninh Binh gestartet, bekannt als die „trockene Halong Bucht“, da es dort viele imposante Karstberge gibt. Nach einer Radtour wurden wir mit dem Kanu durch das Gebirge gefahren, haben tolle Höhlen gesehen und die Filmkulisse des King Kong Films „Kong Island“. Landschaftlich ist es dort sehr, sehr schön, allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass es noch schöner ist, wenn die Reisfelder grün sind und die Seerosen blühen!
Von Hanoi sind wir dann nach Luang Prabang geflogen (ca. 1 Stunde). Dort angekommen, war unsere Einreise sehr interessant…
Wir hatten leider kein E-Visa und uns vorab für „visa on arrival“ entschieden, was eine lange Warteschlange bedeutete. Es sind 7 Personen damit beschäftigt, die Visaanträge zu bearbeiten. Aber nicht in 7 Reihen!!! Das bedeutet, dass sich alle Ankommenden in eine Reihe stellen müssen, um dann diese 7 Stationen zu durchlaufen (einer schaut sich die Reisepässe an, einer stempelt, einer macht Fotos…). Wir haben es mit Humor genommen und sind fröhlich in unserer Unterkunft mit Ausblick auf den Mekong angekommen.
Luang Prabang gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist einfach bezaubernd. Hier mischen sich laotische Holzhäuser mit französischen Kolonialstilhäusern, und abends sitzt man beim Sonnenuntergang in einem der vielen Restaurants mit Blick auf den Mekong. Übrigens alles zu unglaublich günstigen Preisen!
Absolut sehenswert sind die Kuang Si Wasserfälle. Auch sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe – ich habe wirklich noch nie in meinem Leben so schöne Wasserfälle gesehen (ich bin jetzt auch schon Ü50)!
Eine gemütliche Fahrt auf dem Mekong darf natürlich nicht fehlen, vorbei am laotischen Dorfleben, den Wasserbüffeln und Buddha Höhlen.
Der chinesische Schnellzug fährt von China durch Laos bis nach Vientiane. Somit kann man Teilstecken einfach, gemütlich und billig mit dem Zug zurücklegen. Alles bestens organisiert, sauber und vor allem pünktlich.
Wir haben also unser geliebtes Luang Prabang verlassen, um weiter nach Vang Vieng zu fahren. Dies war ursprünglich eine absolute Hochburg für Backpacker, die gerne viel Bier trinken. Mittlerweile gibt es einige schöne Hotels, und die Landschaft rund um Vang Vieng ist atemberaubend schön. Die hohen Karstfelsen mit den grünen Reisfeldern und Lagunen laden zu einer Mopedfahrt durchs Hinterland ein. Es gibt einige Aussichtspunkte, die besonders bei Sonnenuntergang einen fantastischen Blick bereithalten.
Vang Vieng ist außerdem bekannt für jegliche Freizeitaktivitäten wie Kajak fahren, Zipline, Tubing, Ballon fahren oder Motorparagliding (bei Sonnenuntergang ein Traum).
Letzter Stopp in Laos war die Hauptstadt Vientiane. Es ist wohl die entspannteste Hauptstadt Asiens. Wir sind froh, dass wir einen Guide hatten, der uns durch Vientiane geführt hat, da die Stadt recht weitläufig ist und für uns nicht so schnell überschaubar war. Ein privater Guide hat außerdem immer den großen Vorteil, dass man alle Fragen stellen kann, die einen interessieren und man die Tour individuell auf die Bedürfnisse anpassen kann. Wir sind nach dem 3. Tempel zum Beispiel nicht mehr aufnahmefähig, hätten uns aber stundenlang über den Vietnamkrieg und den „Secret War“ unterhalten können, weil uns dieses Thema sehr interessiert und mitgenommen hat.
Vientiane hat einen traumhaft schönen Buddha Park, einen Nachbau des Arc de Triomphe und die größte und wichtigste Pagode des Landes.
Laos ist das einzige Land Asiens, das keinen Meerzugang hat. Es grenzt an Thailand, Myanmar, China, Vietnam und Kambodscha, und die Hauptstadt heißt Vientiane. Die Hauptreligion in Laos ist der Buddhismus mit ca. 65%, gefolgt vom Animismus (Geisterglaube) mit ca. 30%. Das Reisen ist sehr sicher, die Menschen sind unglaublich freundlich, und es ist lange noch nicht so überlaufen. Leider ist Laos auch das am stärksten bombardierte Land der Welt (pro Kopf) und übersät mit Millionen Blindgängern aus dem „Secret War“. Wer sich ein wenig für Geschichte interessiert, wird hier Input bekommen ohne Ende. Jedenfalls ist es keine gute Idee, in Laos auf eigene Faust durch den Dschungel zu laufen…
Ich habe mich in dieses besondere Land verliebt und möchte auf jeden Fall noch den Norden und Süden bereisen!
Zurück zum Flughafen und weiter ging es nach Ho Chi Minh City. Ich habe mich immer schwergetan, „Ho Chi Minh City“ auszusprechen – glücklicherweise sagen selbst die Vietnamesen noch gerne Saigon, da es eine Herzensangelegenheit ist.
Von Saigon sind wir mit dem Taxi 3 Stunden (für € 70.-!!!) nach Mui Ne gefahren, um mal ein paar Tage am Strand zu entspannen und das Erlebte und Erfahrene zu verarbeiten. Um ehrlich zu sein, würde ich niemanden nach Vietnam schicken für einen reinen Badeurlaub, denn dafür gibt es meiner Meinung nach schönere Strände, auch in Europa. Vietnam lebt durch seine Geschichte und die Menschen! Dafür habe ich 2 selbstgelesene Buchtipps notiert.
In Mui Ne haben wir, außer in gemütlichen Strandbars zu sitzen, auch einen Ausflug gemacht. Wir sind zum Sonnenaufgang in die weißen Dünen gefahren, haben ein typisches Fischerdorf besucht und sind durch den „Fairy Stream“ gelaufen. Wer möchte, kann sich gerne die Fotos dazu anschauen.
Letzter Stopp Saigon! Saigon ist eine Millionenstadt und hat uns Landeier nicht so wirklich abgeholt. Es fehlte uns das Flair von Hanoi und auch ein wenig die Sightseeing Punkte. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal klar betonen, dass ALLE Eindrücke immer individuell wahrgenommen werden und es auch viele Reisende gibt, die begeistert sind von Saigon – und das ist auch gut so! Da es aber hier mein Reisebericht ist, kann ich nur meine ehrliche Meinung wiedergeben. Sensationell hingegen war unser Hotel „La Vela Saigon“ mit dem tollsten Rooftop Infinitypool mit Blick über die ganze Stadt und Sonnenuntergang!
Ein Tagesausflug führte uns noch zu den Cu Chi Tunneln, die ca. 1,5 Stunden außerhalb der Stadt liegen. Es ist ein unterirdisches Tunnelsystem, das die Nordvietnamesen (bekannt auch als Vietkong) damals gebaut haben, um sich tagsüber dort zu verstecken und nachts anzugreifen. Es ist mehr als nur interessant und sollte auf jeden Fall auf einer Vietnamreise nicht fehlen.
Sollten Sie noch Fragen zu Vietnam und Laos haben, erzähle ich gerne noch viel mehr!
Tipp
- Fast Lane buchen an den Flughäfen zur schnelleren Einreise
- E-Visa für Laos
- Buch Tipp „Der Gesang der Berge“ und „Die Frauen jenseits des Flusses“
- eSIM (entweder direkt vor Ort kaufen oder über Saily)
- Taxi-APP Grab für Vietnam und Loca für Laos
- Bei der Reiseplanung an das Neujahrsfest dort denken, da einiges geschlossen ist