Ich hatte das große Glück, im Februar 2026 Namibia auf einer Rundreise zu erleben. Wir waren mit dem Reiseveranstalter Taruk in einer Kleingruppe von 11 Personen und einem deutschsprachigen Reiseleiter unterwegs und haben sehr viel erlebt.
Namibia hat mich mit seiner atemberaubenden und abwechslungsreichen Landschaft und Tierwelt absolut in seinen Bann gezogen. Eines steht fest: Namibia, ich komme wieder!
Meine Erfahrungen, Highlights und Tipps, die ich mitgenommen habe, möchte ich hier mit euch teilen.
Die Monate Mai bis Oktober gelten als die beste Reisezeit für Tierbeobachtungen, da dann Trockenzeit ist und sich so die Tiere an den Wasserlöchern sammeln. In dieser Zeit ist es trocken und warm, aber nicht zu heiß. Nachts fallen die Temperaturen stark, daher auf jeden Fall „Zwiebellook“ Prinzip.
Von November bis April kommt es häufig zu Regenfällen und an der Küste zu Sandstürmen.
Wir haben im Februar kaum Regen gehabt, die Vegetation war aber sehr grün und vielfältig, da es im Januar sehr viel geregnet hat. Im Etosha Nationalpark waren die Tiere daher nicht auf die Wasserlöcher angewiesen, da es sehr viele Wasserquellen im Park gab. Dennoch haben wir sehr viele Tiere gesehen, so dass ich nicht sagen kann, dass es sich negativ auf unsere Reise ausgewirkt hat.
In diesen Monaten steigt das Malaria Risiko im Bereich des Etosha Nationalparks und im Caprivi Streifen aufgrund der Regenfälle.
Vor Ort bewegt man sich entweder wie wir in einem Kleinbus mit örtlichem (deutschsprachigem) Reiseleiter oder per Mietwagen fort. Die Straßen sind sehr schlecht und hauptsächlich Schotterpiste. Dies sollte bei einer Mietwagenrundreise unbedingt beachtet werden, da es nicht selten zu einer Reifenpanne kommt.
Meine Reiseroute
Gestartet sind wir in der Hauptstadt Windhoek. Unser Reiseleiter hat uns am Flughafen in Empfang genommen. Dort haben wir Geld gewechselt, und dann ging die Reise auch schon los Richtung Otavi. Auf der Fahrt dorthin haben wir bereits einen Eindruck der Landschaft gewonnen und die ersten Paviane und zahlreiche Termitenhügel gesehen.
Angekommen in unserer Unterkunft, der „Gabus Safari Lodge“, wurden wir erst einmal herzlich auf Deutsch begrüßt. Zum Sonnenuntergang haben wir dann eine erste Ausfahrt auf dem Gelände unternommen, bei der wir bereits sehr viele Giraffen, Impalas, Gnus und Springböcke gesehen haben. Zum Abendessen waren wir wieder in der Lodge und konnten ein reichhaltiges Buffet mit regionalen Speisen genießen.
Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstücksbuffet früh am Morgen los. Heute stand eine besondere Begegnung auf dem Plan. Wir haben die Ombili-Stiftung besucht. Dies ist eine Initiative zur Integration der San (eines der ältesten Völker Afrikas) in das heutige Namibia. Die bedrohte Kultur der San soll mit diesem Projekt vor dem Vergessen bewahrt werden. Wir wurden hier sehr herzlich empfangen, uns wurde die ursprüngliche Lebensweise der San und wie sie mit dem heutigen Leben noch vereinbar ist, nähergebracht. Wir besuchten die Kinder in der Schule und durften Teil einer traditionellen Zeremonie sein.
Danach brachen wir Richtung Etosha Nationalpark auf. Bereits kurz nach Eintritt in den Park sahen wir die ersten Zebras, Springböcke und Mungos. Wir bezogen schnell unsere Zimmer im „Namutoni Camp“ und starteten dann zu unserer ersten Pirschfahrt im Park. Ein langersehnter Traum ging hier für mich in Erfüllung. Wir entdeckten eine Elefantenherde mit ca. 30 Tieren jeden Alters – ein magischer Moment, der mich zu Tränen rührte und mir noch jetzt Gänsehaut beschert, während ich diese Zeilen schreibe.
Außerdem erblickten wir Zebras, Giraffen, Impalas, Gnus, Schakale und viele verschiedene Vogelarten.
Gemeinsam ließen wir den Abend im Restaurant ausklingen und schwelgten in Erinnerungen an diesen besonderen Tag.
Am nächsten Morgen starteten wir sehr früh, da wir den ganzen Tag im Etosha Nationalpark unterwegs waren. Wir konnten unser Glück kaum fassen, denn kaum verließen wir das Camp, sahen wir einen Löwen aus nächster Nähe und konnten später einen Gepard bei der Jagd beobachten.
Auch heute entdeckten wir wieder einzelne Elefanten, Zebras, Oryx, Giraffen, viele Impalas & Springböcke.
In unserem Taruk Safari Explorer hatte jeder einen Fensterplatz, die Panoramafenster konnten vollständig geöffnet werden. Das Highlight des Fahrzeuges war das Hubdach, wodurch wir die Tiere noch besser von oben betrachten konnten. Am späten Nachmittag gab es noch etwas Freizeit, dir wir in der Sonne am Pool in unserer Unterkunft „Okaukuejo Camp“ verbrachten. Das gemeinsame Abendessen und ein Getränk am beleuchteten Wasserloch rundeten diesen Tag perfekt ab.
Unser letzter Morgen im Etosha Nationalpark und somit auch die letzte Pirschfahrt begann, und wir hatten auch hier noch einmal Glück – Nashörner! So haben wir drei Tiere der „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard, Wasserbüffel) sehen können. Wasserbüffel kommen allerdings in diesem Teil Namibias gar nicht vor, da es dort viel zu trocken ist. Der Leopard wollte sich uns leider nicht zeigen.
Nachdem wir den Nationalpark verließen, fuhren wir weiter zur nächsten Unterkunft. Und was soll ich sagen, diese war ein absoluter Traum! Wir durften in der Vingerklip Lodge übernachten. Eine wunderschöne Lodge in bester Lage mit Aussicht auf die Fingerklippe und einem Aufstieg auf die Ugab Terrasse mit Bar. Wir konnten die schöne Anlage mit ihrem Infinitypool genießen, bevor wir auf die Ugab Terrasse stiegen – hier erlebten wir den Sonnenuntergang in einer besonders malerischen Landschaft.
Die Verpflegung in der Lodge wurde in Buffetform serviert und war wirklich hervorragend. Wir konnten erneut namibische Spezialitäten probieren, die allesamt sehr lecker waren.
Am nächsten Tag stand eine lange Fahrt zum Atlantik auf dem Programm, allerdings mit einem Stopp an der Spitzkoppe, einer beeindruckenden Felsformation mitten in flacher Landschaft. Hier sieht man Felsmalereien von den San, die Tausende von Jahren alt sind sowie den berühmten Rock Arch, der ein gern genommenes Fotomotiv darstellt. Die Felsen sind vom Wind und Regen über die lange Zeit „abgeschmirgelt“, so dass viele glatt und abgerundet sind. Dies war landschaftlich eines der Highlights auf unserer Reise.
Auf der Weiterfahrt Richtung Küste kamen wir an Namibias Skeleton Coast vorbei, wo wir Halt an einem Schiffswrack machten und einen kurzen Strandspaziergang unternahmen.
In Swakopmund angekommen, bezogen wir das schöne „Hansa Hotel“, welches aus der Kolonialzeit stammt und mitten im Stadtzentrum liegt. Drumherum befinden sich viele Geschäfte, Restaurants und Bars. Swakopmund ist immer noch sehr deutschgeprägt, so dass z.B. viele Gebäude deutsche Namen tragen. Wir unternahmen einen kleinen Fußweg zur „Alten Landungsbrücke“, auf der wir auch im Restaurant Jetty zu Abend aßen – eine schöne Location auf dem Wasser, komplett verglast und mit fantastischen Speisen.
Weiter ging‘s nach Sossusvlei in die Namib Wüste. Auf dem Weg fuhren wir durch Walvis Bay und über den Kuiseb Pass, der landschaftlich sehr beeindruckend ist.
Wir erreichten den Naukluft Park und fuhren hinein in das rote Dünenmeer. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, denn es sah noch spektakulärer aus, als ich es von Fotos kannte. Riesige hohe, knallrote Sanddünen erhoben sich links und rechts der „Straße“. Wir fuhren weit hinein und wanderten dann noch ein Stück, um ins „Deadvlei“ zu kommen. Dies ist eine ausgetrocknete Lehmsenke mit abgestorbenen Kameldornbaumskeletten inmitten der roten Dünen – ein beeindruckendes Landschaftsbild. Danach fuhren wir noch ein Stück zur „Düne 45“, die wir zum Sonnenuntergang hinauf wanderten. Durch den Sand und die Hitze war das ziemlich beschwerlich, aber die Aussicht hat uns belohnt. Und wer kann schon von sich behaupten, in der Wüste eine 170 Meter hohe Düne hinaufgewandert zu sein?!
Nach diesem Erlebnis ging es in unsere Unterkunft, in das Desert Quiver Camp – eine sehr schöne Unterkunft mitten in der Wüste. Weit und breit war da nichts außer karger Landschaft und ein paar Schakalen, die uns ab und zu über den Weg liefen. Unser Reiseleiter bereitete für uns ein typisch afrikanisches Braai-Abendessen zu, eine Art Barbecue. Wir saßen lange zusammen und beobachteten die Sterne und die Milchstraße, die man mit bloßem Auge sehen konnte, da es hier keinerlei Lichtverschmutzung gibt. Auch dieser Tag war ganz besonders und ein weiteres Highlight unserer Reise.
Nun ging es für uns zurück nach Windhoek, wo unsere Reise begann. Wir checkten in das „Utopia Boutique Hotel“ ein, wo wir noch eine kurze Zeit am Pool verbringen konnten, bevor unser Programm weiterging. Wir fuhren erst zu einer Werft, in der zurzeit ein Hausboot für den Reiseveranstalter Taruk gebaut wird. Dieses dient als Unterkunft auf dem Okavango auf den Botswana Rundreisen und ist bereits das zweite Hausboot von Taruk. Danach fuhren wir zum Büro von Taruk. Wir lernten das Team vor Ort sowie die weitere Fahrzeug-Flotte kennen und erhielten eine kleine Produktschulung zu anderen Destinationen aus dem Portfolio des Veranstalters. Zum Abschluss unserer Reise wurde uns hier ein 3 Gänge Menü serviert, das alle Kulinarik-Herzen höherschlagen ließ. Wir ließen den Abend gemeinsam an der Feuertonne ausklingen.
Der letzte Tag brach an, und wir machten uns auf zu einem Hilfsprojekt namens „Beautiful Kidz“. In den Townships Namibias hat sich diese Organisation die Betreuung und Unterstützung von Kindern durch Bildung und die Erfüllung ihrer physischen und psychischen Bedürfnisse zur Aufgabe gemacht. Es war sehr beeindruckend, mit wie viel Leidenschaft und Engagement diese Einrichtung geführt wird.
Danach machten wir eine Stadtrundfahrt durch Windhoek. Unser Reiseleiter zeigte uns das Parlamentsgebäude sowie die Christuskirche und den Bahnhof, der noch aus der Koloniezeit besteht.
Ein wenig Freizeit, um Souvenirs zu shoppen, durfte natürlich auch nicht fehlen. Dafür kann ich besonders das Namibia Craft Center empfehlen, dies ist eine alte Brauerei, in der heute viele kleine Händler authentische Souvenirs verkaufen. Für eine kleine Pause gibt es ein kleines Café und Restaurant mit einer Außenterrasse.
Auf dem Weg zum Flughafen wurde es still im Bus, wir alle hingen unseren Gedanken über die vergangenen Tage nach. Wir verabschiedeten uns von unserem fabelhaften Reiseleiter und flogen zurück Richtung Deutschland.
Mein Fazit: Diese Reise war eine der schönsten, die ich bisher erleben durfte. Die Landschaft Namibias ist wahnsinnig vielfältig und atemberaubend. Ich habe durch unseren Reiseleiter sehr viel über die Kultur und die Menschen gelernt. Daher kann ich diese Reise in einer Kleingruppe mit Reiseleitung jedem wärmstens empfehlen.
Wie ich bereits am Anfang erwähnte: Es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein, Namibia hat mich in seinen Bann gezogen!
Hinweise und Tipps
Genügend Sonnenschutz und Wasser! Unser Reiseleiter hatte immer ausreichend gekühlte Wasserkanister dabei, sodass wir unsere Trinkflaschen jederzeit auffüllen konnten.
Sprecht auf jeden Fall im Vorfeld mit einem Arzt über eine Malariaprophylaxe und nehmt ausreichend Mückenschutz mit. Ich habe mir vor Ort auf Rat unseres Reiseleiters im Supermarkt ein Mittel namens „Peaceful Sleep“ gekauft, das ich sehr empfehlen kann.
Im Etosha Nationalpark gibt es nur staatliche Unterkünfte, bei denen man einige Abstriche machen muss. Da man hier aber den Vorteil hat, länger im Park bleiben zu können, würde ich immer die Übernachtung direkt im Park empfehlen. Hier stehen die Tierbeobachtungen im Vordergrund. Die Unterkünfte haben außerdem eigene beleuchtete Wasserlöcher.
Einen Sonnenhut nicht vergessen! Die Intensität der Sonne ist extrem hoch.
Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte Kenntnisse vom Reifenwechsel haben. Plant keine zu langen Strecken, da die Fahrt auf den Schotterpisten sehr viel länger dauert und sehr anstrengend ist.
In den Lodges und im Supermarkt kann man mit der Kreditkarte zahlen, es empfiehlt sich dennoch, ein bisschen Geld am Flughafen zu wechseln.
Die Lebensmittel- und Getränkepreise sind relativ günstig, selbst in den abgelegenen Lodges.
Hoteltipps
Vingerklip Lodge – eine kleine Lodge mit 30 Zimmern und familiärem Flair in fantastischer Lage, zwei Pools mit Ausblick auf das Ugab Trockenbett, schöne, gepflegte Anlage, großzügige Zimmer und die Möglichkeit, auf die Ugab Terrasse zu steigen, um dort einen Sundowner zu genießen, sehr leckeres Buffet.
Desert Quiver Camp in der Namib Wüste – schöne, großzügige Unterkünfte mitten in der Wüste, fernab jeglicher Lichtquellen, sodass man die Milchstraße mit bloßem Auge sehen kann, kleiner Pool mit fantastischem Ausblick in die Wüste, Selbstverpflegung, kleine Außenküche an der Unterkunft