Städtereise · Prag

Prag

Am 08. Mai ging es für mich für ein verlängertes Wochenende nach Prag. Studiosus hatte eine Reise für Auszubildende ausgeschrieben, um Studiosus selbst anhand einer Reise kennen zu lernen. So durfte ich in zwei vollen Tagen (Freitagnachmittag bis Sonntagmittag) Prag anhand der Städtereisebausteine der Pragreise kennenlernen. Eigentlich dauert so eine Reise 5 Tage, doch um das Konzept zu verstehen, welches hinter den Reisen von Studiosus steht, reichte auch dieses Wochenende. Ich habe für mich mitgenommen, dass ich definitiv noch einmal nach Prag reisen und auch mal eine Reise mit Studiosus unternehmen werde. Denn Studiosus will nicht mehr „alt und eingestaubt“ sein.

Prag ist als Hauptstadt der Tschechischen Republik aus Deutschland auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Neben Flügen (meist über Frankfurt, selten direkt aus dem Norden) besteht auch die Möglichkeit verschiedener Direktverbindungen mit dem Zug. Wenn die Generalsanierung nicht gewesen wäre, hätte ich die Chance gehabt, in Kiel direkt in den Zug nach Prag zu steigen. So bin ich ab Hamburg innerhalb von 06:30 Stunden nach Prag gefahren und muss sagen, dass die Tschechische Bahn mich überzeugt hat. Die Sitzplätze in der zweiten Klasse sind mit viel Beinfreiheit ausgestattet, und generell ist die Atmosphäre im ganzen Zug sehr angenehm. Die Wagen sind auch gut isoliert, so dass man nicht jedes Gespräch der Mitreisenden hört. Ich kann die Anreise mit Zug zusätzlich empfehlen, da man durch das wunderschöne Elb-Sandsteingebirge fährt. Direkt an der Elbe entlang. Eine sehr eindrucksvolle Strecke.

Als klassische Städtereise ist Prag an sich das ganze Jahr über möglich. Ich persönlich würde aber die Zeit von Ende Juni bis Anfang September ausschließen. In dieser Zeit wird es sehr warm. Anfang Mai waren die Temperaturen perfekt für einen Städtebesuch. Wir hatten ca. 20 Grad und konnten gut die Stadt zu Fuß erkunden.

An sich ist in Prag das Wetter sehr ähnlich wie in Deutschland.

In Prag gibt es eine sehr gut ausgebaute U-Bahn (aktuell 3 Linien, Linie C fährt an Werktagen im 90 Sekunden-Takt) und eine Straßenbahn. Diese Fortbewegungsmittel sind auch bei den Pragern sehr beliebt. Personen ab 65 Jahren fahren außerdem kostenfrei im ÖPNV.

Mit dem Fahrrad fahren entweder die Sportler oder aber Touristen, denn bis vor ein paar Jahren war Fahrradfahren in Prag verboten.

An sich kann die Stadt auch sehr gut zu Fuß erkundet werden. Die bekannten Sehenswürdigkeiten liegen alle dicht beisammen, und selbst die Burg auf der anderen Moldau Seite ist zu Fuß erreichbar – zwar mit einem etwas längeren Spaziergang (bergauf), aber trotzdem machbar.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist Prag eher nicht geeignet, da die Stadt zu einem sehr großen Teil aus Kopfsteinpflasterstraßen besteht.


Meine Top Must Do’s

  • Natürlich die bekannten Sehenswürdigkeiten (astronomische Uhr, Altstädter Ring, Prager Burg, Karlsbrücke, …). Für die Besichtigung der Prager Burg sollte man früh aufstehen. Die Gebäude öffnen ab 9 Uhr. Dann sollte man auch da sein, um nicht von verschiedenen Reisegruppen durch die Gegend geschoben zu werden.
  • Böhmische Küche probieren und einfach mal mutig sein: Die böhmische Küche ist alles, aber nicht vegetarisch oder vegan. Für wen das kein Ausschlusskriterium ist, der kommt völlig auf seine Kosten. Generell gibt es viel Rindfleisch und Geflügel, dazu natürlich Knödel. Meine Empfehlung ist Svíčková: Böhmische Knödel mit einer cremigen Soße und einem Rinderfilet. Das Rinderfilet wird zusammen mit Zitrone, Preiselbeeren und Schlagsahne serviert. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber sehr lecker.
  • Stadtteil Vinohrady bzw. Zizkov: In diesen beiden Stadtteilen spielt sich das Leben der Einheimischen ab. Hier findet man viele Bars und verschiedene Restaurants, die teilweise eine sehr moderne Küche anbieten. Zusätzlich bietet sich hier aus dem Park Riegrovy Sady ein wunderbarer Blick auf die Stadt. Mein Tipp: Am Abend den Park besuchen und einen Blick auf das beleuchtete Prag werfen. In einem Biergarten kann man dann den Abend ausklingen lassen
  • Sich einfach durch die Stadt treiben lassen: Prag hat viel mehr zu bieten als das, was die meisten Touristen in Prag sehen. Abseits der Touristenströme gibt es wunderbare kleine Gassen mit kleinen Geschäften, Bars und Restaurants. Und das Beste? Man ist nicht in einer Traube von Menschen gefangen, wie beispielsweise auf der Karlsbrücke
  • Das Rathaus der Altstadt: Das Altstädter Rathaus bietet verschiedene Führungen an. Wer keine Lust auf die Geschichte Prags hat und in den Untergrund abtauchen möchte, der sollte zumindest auf den Rathausturm laufen. Die ersten Stockwerke können mit Fahrstuhl bewältigt werden, danach läuft man einfach eine Rampe bis zur letzten Wendeltreppe hoch und hat dann einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt.
  • Besuch des jüdischen Viertels: Hier kann man eintauchen in die jüdische Geschichte Prags. Eindrucksvoll erzählen auch die Synagogen und der innerstädtische alte jüdische Friedhof von der Geschichte. Wer nicht das gesamte Viertel besuchen möchte, sollte zumindest die spanische Synagoge besuchen. Eine wundervoll verzierte Synagoge, in der es häufig auch Konzerte gibt (während ich dort war, sollte abends die „Carmina Burana“ und die „4 Jahreszeiten“ gespielt werden, aber auch Pop habe ich im Programm gesehen). Zudem gibt es hier auch immer noch jüdische Gottesdienste.

Tipp

Bei Reisen mit Reiseleitung vor Ort kann die Reiseleitung immer gefragt werden, wenn etwas unklar ist (selbst, wenn es nur der Weg zum Bahnhof ist für die Abreise und dir das bereits zwei Tage vorher einfällt). Die Reiseleitungen sind supernett und tun alles dafür, dass es einem gut geht und man auch gut wieder nach Hause kommt.

Studiosus Reisen sind nicht nur etwas für Personen ab 50 +. Denn auch die Reiseleiter werden immer jünger. Unser Reiseleiter war 29. Also, jeder, der Interesse hat, eine hochwertige Reise mit vielen Informationen zur Stadt, zur Geschichte und Kultur zu machen, ist bei Studiosus gut aufgehoben.

In Prag kommt man neben Englisch auch recht häufig mit Deutsch weiter. Einige Prager sprechen „Prager Deutsch“. Diese Form kommt dem Österreichischen sehr nahe.


Meine Hotelempfehlung

Wir waren im „The Cloud One Prag“ untergebracht. Ein sehr gutes Stadthotel in zentraler Lage. Das Highlight ist definitiv die Roof Top Bar mit Blick über die Stadt.